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Vorab noch ein weiser Spruch unseres Ausbildungswartes :
Der trainierte Hund kann alles -
man muss es nur abrufen !
Nun denn.....
Von Einem, der auszog, das Siegen zu lernen.
Es war einmal und ist immer noch Einer, der war an Jahren schon etwas reif und pensioniert. Der Einer hatte einen kleinen bis mittelgroßen Hund, der war schwarz und weiß. Außerdem ganz schön schlau.
So begab es sich, dass es die beiden zum HSV Schleswig verschlug. Daselbst befand sich eine Ausbildungsfee, die Einer und Schwarzweiß zusammen mit anderen Ahnungslosen rastlos über die Wiesen trieb.
Und obgleich Einer und Schwarzweiß sich ganz doll lieb hatten, merkte man es nicht immer. Aber immer öfter.
Als die beiden sich mit der Zeit aneinander gewöhnt hatten, konnten sie so manches Kunststück vollbringen. Da hob die Ausbildungsfee zu sprechen an und sagte : "Ihr seid hier überqualifiziert, geht woanders hin."
So zogen Einer und Schwarzweiß eine feuchte Wiese weiter und mischten sich dort ins Getriebe und stapften auch oft allein durch den Matsch und erfreuten sich so manch nassen Fußes.
So trieben sie es Monate und Jahre und das Glück war ihnen hold und mal unhold.
Da begab es sich, dass Einer sich allerhand Knorpel verrenkte und er anhub zu hinken.
Schwarzweiß sah Einer etwas grämlich von der Seite an und murrte gedanklich über dessen Unvermögen hinsichtlich der schnellen Fortbewegung.
Da traf es sich gut, dass die Kunde von einem neuen Sport auch den HSV Schleswig erreichte.
Bei dieser Sportart aber musste Einer sich nicht mehr so hastig fortbewegen, sondern mit des Geistes Kraft auf Schwarzweiß einwirken.
Wie schon der Dichter sagt : "Nur des Geistes Kraft allein, schneidet in die Seele ein."
Der Dichter meinte zwar nicht die Seele des Hundes, aber immerhin...
Nachdem die Kraft des Geistes und zuweilen auch des Ungeistes genügend auf die Hundeseele gewirkt hatte, begab es sich, dass schon ganz schön viel gekonnt wurde und Einer und Schwarzweiß auf allerhand Turniere gingen, um sich demütigen zu lassen. Von dem Oberschlau, der abzog, nämlich Punkte.
Manchmal aber war die Übellaunigkeit des Oberschlau nicht so stark, sodass die beiden wieder das Haupt etwas erheben durften, denn siehe, der abgezogenen Punkte waren wenige.
So verging die Zeit und Schwarzweiß und Einer waren achterbahnig mal oben und mal weiter unten. Meistens aber mehr oben.
Endlich kamen sie an einen Oberschlau, bei der Landesmeisterschaft 06, der hatte vergessen, die niederen Punktzettel mitzubringen, und so konnte er immer nur die Zahlen 7 bis 10 zeigen. Da hub große Freude bei den Menschen an und so begab es sich, dass gleich drei Seelenschneider des HSV Schleswig die ersten Plätze belegten. Einer und Schwarzweiß waren auch dabei.
So aufgemuntert und vom Übermut überrollt, meldeten sich die Zwei zur Bundessiegerprüfung. Die aber fand im Sommer und in Mariazell statt. Das ist im Schwarzwald.
Die gute Vorsitzungsfee des HSV aber sprach : "Sieh zu, dass Du dahin kommst, wer weiß, ob Du das nächstes Jahr noch raffst, Alter." Und siehe : der Sommer war heiß und das Prüfungsfeld glühte und Schwarzweiß ließ die Ohren und die Zunge hängen und der großen Taten waren nicht viele. Aber ein gütiges Schicksal bewahrte sie vor dem Absturz.
Mit etwas Asche auf den Häuptern zu Hause angekommen, waren sie ausersehen, auch noch an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Diese waren in Seeheim, das aber ist bei Frankfurt.
So warfen sie sich wieder in das vierrädrige Blechgehäuse und ratterten von dannen. In Seeheim angekommen, zürnte der Wettergott und warf ungnädig Flüssigkeit vom Himmel. Das war besonders unangenehm, da ein Stoffgehäuse aufgebaut werden musste, das als Herberge dienen sollte. Petrus jedoch hatte Erbarmen. Leider erst, als das Textil stand. Dann aber schickte er die Sonne, und diese heizte allen tüchtig ein.
Die Sotffherbergen aber waren auf einer Obstwiese aufgebaut und neben Schwarzweiß und Einer wohnte Blondie aus Flens. Diese aber verlor viele schöne Worte und sagte immer wieder, dass es ihr ganz egal wäre, ob sie gewönne oder nicht. Wir wissen, sie hatte es mit dem Geist, dem olympischen. Sie redete so lange in diesem Sinne, dass Einer ihr zuletzt nicht mehr glauben mochte und argwöhnte, sie wolle doch gewinnen. Das aber war nicht schlimm, denn Blondie erwies ihm die Gunst, sich in ihrer Gegenwart zu sonnen. Und obwohl sie gar nicht gewinnen wollte, hub sie an, mittelheftig zu trainieren. Leider nicht mit Einer.
So kamen denn die Tage der Prüfungen heran. Der große Wettermann im Himmel schickte gleißende Sonnenstrahlen und Hitze, ließ aber auch ab und zu ein Gewitter niedersausen. Er sei jedoch gepriesen; das Ungemach fand außerhalb der Heimsuchungen statt.
Diese begaben sich in den nächsten 2 Tagen und in einem riesigen Oval. In diesem wurden sonst Bälle oder andere Dinge bewegt oder es wurde hastig gelaufen. Nun aber war es für uns, 36 Menschen mit ihrem Getier, bereit. Das Grün war wunderbar. Kurz geschnitten, ohne Hügel und Täler erwartete es Präzisionsarbeit.
Diese aber gelang nicht immer.
Und als Einer und Schwarzweiß sich in der Weite des Grüns wiederfanden, wurden sie nicht nervös. Sie waren es schon.
Es dräute nicht ein Oberschlau, sondern derer zwei, und diesmal hatten sie auch die niedrigen Zahlen mitgebracht. Diese waren aus Österreich, beide, die Oberschlauen und die Zahlen. Weil es ihnen Freude machte, zogen sie immer wieder auch kleinere Zahlen, denn ihr Richten war streng. Sie sagten, dieses wäre schließlich kein Dorfturnier.
Und weil Schwarzweiß in der flirrenden Hitze im endlosen Grün oft nicht sehen konnte, wohin sie sollte, oder eingeschüchtert war von der endlosen Weite des Stadions oder auch der (doch, doch) Zuschauer, hatte sie wohl - trotz gut gemeinter - Ratschläge von Einer, vieles vergessen, was man doch nur abzurufen braucht.
So, geschah es, dass sie nicht erste, zweite oder zehnte wurden, sondern 27. von immerhin 36.
Blondie aber wurde bestraft. Sie wurde zweite, also Vizekönigin, und so musste sie mit der Königin und der Dritten auf´s Podest.
So trafen die Oberschlauen die Übermütigen : Blondie, der alles egal war, musste 2. werden, und Schwarzweiß und Einer hatten es mit dem olympischen Geist, der da sagt : dabei sein ist alles.
Nun hob der Hofstaat an, den Majestäten zu huldigen. Das aber geschah so, dass alle den Königinnen um den Hals fallen durften. Es war sehr ergreifend !
Vor dieser Begebenheit geschah es jedoch, dass Musiker aufzogen, die beim Ein- und Ausmarsch - aber auch zwischendurch - mit ihren musikalischen Geschirren Laut gaben.
Einer und Schwarzweiß harm- und leinenlos wallend, erfasste das Getöse unverhofft. Schwarzweiß missfiel es. So begab sie sich, alle Beine geschwind um sich werfend, in Richtung Textilgehäuse und warf sich dort ergriffen zitternd auf die Erde. Laute Rufe von Einer, diesem Tun Einhalt zu gebieten, verhallten unbeachtet. Seht, wegen des musikalischen Unverstandes dieses Hundes, mußte Einer allein zur Huldigung schreiten.
Damit endet die Sage über diese Begebenheiten.
Schwarzweiß und Einer setzten sich in das Blechgehäuse, fuhren nach Hause, schüttelten die Asche von ihren Häuptern und begannen - nach anfänglichem Grollen - wieder mit dem Üben.
Denn, nicht wahr, vielleicht siegen sie irgendwann doch noch ein bisschen.
Seht, so holt sich das Leben seine Leute zurück, die ins Land der Turniere auf Urlaub fahren.
W.Hofbauer
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